Der Fahrradtrainer / Ergometer Ratgeber bei corpuscoaching.de Fitnessgeräte von A-Z

Das Radtrainer und Ergometer Lexikon von corpuscoaching.de



ERGOMETER / RADTRAINER RATGEBER: Alles über Ergometer und Radtrainer

Fitnessgeräte, auf denen wie auf einem Fahrrad pedalierend trainiert wird, können in zwei unterschiedliche Kategorien unterteilt werden. Zur ersten Kategorie zählen Trainingsgeräte, die im Handel bezeichnet werden als: Radtrainer (oder auch Hometrainer, Fahrradtrainer, Cycle, Bike). Zur zweiten Kategorie zählen Trainingsgeräte, die als Ergometer bezeichnet werden. Etablierte Hersteller wie Horizon Fitness oder Life Fitness bieten sowohl Ergometer als auch Fahrradtrainer an. Was steckt hinter dieser begrifflichen Unterscheidung?

Begriffsklärung Radtrainer
Radtrainer werden Trainingsgeräte genannt, deren Tretwiderstand sich nicht als Watt-Wert messen lässt und somit am Gerätecockpit auch nicht als Watt-Wert angezeigt wird. Fitnessgeräte, die dieses Kriterium der Intensitätssteuerung und -darstellung als Watt-Wert nicht erfüllen, werden Radtrainer genannt, und waren früher oftmals den Ergometern qualitativ unterlegen.

Begriffsklärung Ergometer
Ergometer darf sich ein Trainingsgerät nennen, bei dem sich die Belastung am Pedalarm als Watt Wert messen lässt und im Trainingscomputer abgespeichert ist. Der Tretwiderstand wird dem entsprechend im Ergometer Cockpit angezeigt. Der Widerstand, mit dem Sie pedalieren, lässt sich in der Regel in 5-Watt-Schritten erhöhen und verringern. Hierfür wird das Warenzeichen EN 957 HA vergeben.


Bürgt der Begriff Ergometer für Qualität?

Bis vor einigen Jahren war der Begriff Ergometer tatsächlich als Qualitätsmerkmal für ein Trainingsgerät zu betrachten. Seit ca. zwei bis drei Jahren tauchen jedoch immer mehr Fitnesssgeräte auf, die den Namen Ergometer in der Produktbezeichnung führen, bei denen Funktion und Qualität fraglich erscheinen. Hierbei handelt es sich oft um billige "no-name"-Ware, die beim Discounter oder im Billigsegment platziert wird.

In den 80er Jahren wurden Ergometer für das therapeutische Training bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelt. Damals wurde in der Regel ohne Pulskontrolle trainiert, da die Pulsmesstechnik noch in den Kinderschuhen steckte. Da man dem Patienten also keine Pulswerte für das Training geben konnte, weil die Trainingsgeräte noch keine Pulsmessung besaßen, kam es darauf an, dass die Intensität (Tretwiderstand) am Trainingsgerät möglichst präzise mit dem gleichen Watt Wert eingestellt werden konnte, der in einer cardiologischen Untersuchung ermittelt wurde, um den Patienten nicht zu überlasten.

Da ein modernes Herz Kreislauf- und Fitnesstraining heute an individuelle Pulswerte gekoppelt ist und die Pulsmessung zur Standardausrüstung bei Fitnessgeräten gehört, hat sich die Notwendigkeit der Intensitätssteuerung über einen drehzahlunabhängigen Watt-Wert eigentlich erledigt.

Etablierte Hersteller (Vision Fitness, Life Fitness, Horizon Fitness) bieten heute Radtrainer an, die den so genannten "Ergometern" aus dem Billigsegment oder vom Discounter mechanisch und funktional deutlich überlegen sind. Soviel zur Begriffsklärung von Ergometer und Radtrainer. Aber worauf kommt es wirklich an, bei einem guten Ergometer oder Radtrainer?


Das Bremssystem bei Ergometer und Radtrainer

Das Bremssystem sorgt dafür, dass Sie am Ergometer / Radtrainer mit unterschiedlichen Intensitäten trainieren können, in dem Sie den Tretwiderstand "leichter" oder "schwerer" einstellen können.

Elektromagnetische Bremssysteme haben sich in der Trainingspraxis bewährt und als Standard durchgesetzt. Allerdings sind zwischen den einzelnen Herstellern und ihren Ergometer- und Radtrainermodellen große Qualitätsunterschiede festzustellen. Bei einem guten Bremssystem sollten mindestens 16 verschiedene Schwierigkeitsstufen einstellbar sein. Beim wattgesteuerten Ergometer sollte der Leistungsbereich zwischen 50 Watt und 400 Watt einstellbar sein. Das Colima Pro von Horizon Fitness verfügt als Einstiegsgerät bereits über ein 16-Level-Magnetbremssystem.

Bei minderwertigen Bremssystemen fühlen sich die ersten ein bis fünf Tretwiderstände häufig gleich schwer an, während dann bei der nächst höheren Schwierigkeitsstufe eine extreme Erhöhung des Tretwiderstand spürbar ist. Das ist für Ihre Bewegungsgefühl unangenehm bis schädlich. Und Sie werden fast immer das Gefühl haben, Ihr Radtrainer / Ergometer ist entweder zu schwer oder zu leicht eingestellt.

Bei hochwertigen Bremssystemen lässt sich der Tretwiderstand durch jede einzelne Schwierigkeitsstufe fein dosieren. Diese Radtrainer und Ergometer sind oft auch mit 20 Intensitätsstufen ausgestattet, z.B. Life Fitness C1 ADVANCED / BASIC. Eine gleichmäßige und fein dosierte Verstellmöglichkeit des Tretwiderstandes (Schwierigkeitsstufe) ist für die Trainingspraxis von größtem Vorteil. Denn so können Sie den Tretwiderstand optimal an Ihre Kondition anpassen, um immer in Ihrem individuell günstigsten Leistungsbereich zu trainieren.


Antriebssystem und Tretlager beim Ergometer / Radtrainer

Das Antriebssystem ist die Verbindung von Tretlager/Pedalarm, Bremssystem und Schwungscheibe, und entscheidend für die Geräuschentwicklung und den Rundlauf beim Training. Hochwertige Antriebssysteme sind kaum hörbar und mit haltbaren Poly-V-Riemen ausgestattet, z.B. Vision Fitness E3200, bei dem zusätzlich zwischen drei verschiedenen Cockpitvarianten gewählt werden kann.

Achten Sie beim gesamten Antriebssystem auf hochwertige Kugellager. Billige Kunststofflager am Ergometer / Radtrainer verschleißen schnell, und sorgen für ein unrundes Tretgefühl, als auch für störende Quietschlaute und Schleifgeräusche.

Gut ist auch, wenn Ihr Ergometer mit einem Induktions-Generator ausgestattet ist, da der Generator das Gerät mit Strom versorgt, den Sie durch das Pedaltreten selber erzeugen. Somit sind Sie bei der Aufstellung des Ergometers frei von etwaigen Steckdosen, und Sie sparen auch noch Strom, da Sie die Energie durch das Treten ja selbst erzeugen.


Die Schwungmasse im Radtrainer / Ergometer

Die Schwungmasse dient zur Erleichterung der Überwindung des Umkehrpunktes zwischen Auf- und Abbewegung des Tretlagers und trägt somit entscheidend zum Rundlauf des Trainingsgerätes bei.

Einige Hersteller meinen, mit einer besonders großen Schwungmasse glänzen zu können. Dabei ist weniger das reine Gewicht der Schwungmasse entscheidend, sondern viel mehr die Abstimmung und Einmessung des gesamten Systems: Antrieb, Tretlager, Widerstandsgebung: Werden hier hochwertige Komponenten eingesetzt, ist eine Schwungmasse von 7,5 Kg völlig ausreichend, um einen weichen Rundlauf zu ermöglichen. Bei besonders massiven Bauteilen im Ergometer wird entsprechend mehr Schwungmasse verbaut, wie beim Vision Fitness E3200, das 10 Kg Schwungmasse benötigt.


Der Rahmen bei Ergometer und Radtrainer

Klingt wie ein Scherz, ist aber leider wahr: Es gibt Hersteller, die bringen Ergometer auf den Markt, auf denen Sie sich mit dem Oberkörper beim Training leicht zu Seite lehnen und mit dem kompletten Gerät umkippen. Achten Sie also auch besonders auf die Standfestigkeit des Ergometers, um ein böses Erwachen zu vermeiden.

Darüber hinaus wird bei der Sicherheitsüberwachung durch den TÜV und andere Institutionen die maximale Gewichtsbelastung eines Ergometers festgelegt. Dies ist für den Hersteller bindend. Grundsätzlich gilt die Faustregel: Je höher die maximale Gewichtsbelastbarkeit eines Gerätes, desto hochwertiger sind alle Teile wie Tretlager, Antriebssystem und Rahmenkonstruktion.

Wichtig sind auch stabile und große Standfüsse, damit der Ergometer stabil aufgestellt werden kann. Stellschrauben zum Ausgleich von Bodenunebenheiten sind ein sinvolles zusätzliches Ausstattungsmerkmal.


Puls-Messung und Puls-Steuerung beim Radtrainer / Ergometer

Grundsätzlich sollte beim Training auf dem Ergometer / Radtrainer stets eine Messung Ihrer Herzfrequenz (Puls) erfolgen, so dass der Belastungspuls permanent am Cockpit angezeigt wird. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen Pulsmessung und Pulssteuerung.

Ist der Ergometer / Radtrainer mit einer Pulsmessung ausgestattet, heißt das, das Ihr Geräte-Cockpit den Trainingspuls über einen Brustgurt oder Handsensoren empfangen und anzeigen kann.

Bei der Ausstattung mit Pulssteuerung kann die Intensität des Trainings über Ihren Puls gesteuert werden. Hierzu geben Sie am Trainingscomputer einen Höchstpuls ein. Der Computer steuert dann automatisch den Tretwiderstand am Ergometer / Radtrainer. Überschreitet Ihr Puls den eingegeben Wert, stellt sich der Tretwiderstand eigenständig leichter.

Viele Hersteller sind dazu übergegangen, ihre Ergometer / Radtrainer mit Handpulssensoren auszustatten. Dabei erweist sich die Pulsmessung über Handsensoren nicht immer als zuverlässig. Gut ist daher, wenn der Ergometer / Radtrainer auch mit einem Empfänger zur Pulsmessung per Brustgurt ausgerüstet ist. Dieser Brustgurt wird am Körper getragen und misst den Puls direkt über dem Brustkorb. Der Pulsgurt überträgt die Werte sehr zuverlässig an das Gerätecockpit. Die Übertragung funktioniert telemetrisch, also völlig kabelfrei.

Achten Sie darauf, dass beim Pulsmess-System nach Möglichkeit Polar Bauteile im Crosstrainer Cockpit enthalten sind. Vorsicht ist geboten, wenn es sich lediglich um Polar - kompatible Bauteile handelt, Hier finden wir dann oft billige Massenware, und erhebliche Meßungenauigkeiten.


Das sollte nicht fehlen am Radtrainer / Ergometer

Ein bequemer und ergonomisch angeschnittener Sattel sorgt dafür, dass Sie auch gern mal 10 Minuten länger trainieren.

Wenn der Sattel nicht nur vertikal, sondern auch horizontal verstellbar ist, kann das durchaus hilfreich sein. Jedoch ist bei seriösen Herstellern (Life Fitness, Vision Fitness) das horizontale Verhältnis von Sattel zum Tretlager so konstruiert, dass Sie automatisch eine ergonomisch korrekte Trainingshaltung finden und somit die horizontale Verstellmöglichkeit nicht zwingend benötigen.

Trainingsprogramme dienen zur Trainingsmotivation. Gut ist, wenn Ihr Ergometer / Radtrainer auch ein pulsgesteuertes Programm enthält. Hochwertige Trainingskonsolen verfügen über unterschiedlich intensive Pulsprogramme oder auch über Puls-Intervall-Programme, die ein besonders effektives Training ermöglichen. Achten Sie auch unbedingt darauf, dass das Cockpit Ihres Ergometers einfach zu bedienen ist, um das Training nicht unnötig kompliziert werden zu lassen. Es sei denn, die Programmierung Ihrer Fernbedienung war ein unvergesslicher Genuss für Sie, dann wird Ihnen auch ein Ergometer mit mehr als 20 Programmen eine wahre Freude sein.


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