Sitzrad Ratgeber

Radtrainer Ratgeber

Fitnessgeräte, auf denen wie auf einem Fahrrad pedalierend trainiert wird, können in zwei unterschiedliche Kategorien unterteilt werden. Zur ersten Kategorie zählen Trainingsgeräte, die im Handel bezeichnet werden als: Radtrainer (oder auch Hometrainer, Fahrradtrainer, Cycle, Bike). Zur zweiten Kategorie zählen Trainingsgeräte, die als Ergometer bezeichnet werden. Was steckt hinter dieser begrifflichen Unterscheidung?

Heimtrainer oder Ergometer?

Heimtrainer werden Trainingsgeräte genannt, deren Tretwiderstand sich nicht als Watt-Wert messen lässt und somit am Gerätecockpit auch nicht als Watt-Wert angezeigt wird. Fitnessgeräte, die dieses Kriterium der Intensitätssteuerung und -darstellung als Watt-Wert nicht erfüllen, werden Radtrainer genannt, und waren früher oftmals den Ergometern qualitativ unterlegen. Ergometer darf sich ein Trainingsgerät nennen, bei dem sich die Belastung am Pedalarm als Watt Wert messen lässt und im Trainingscomputer abgespeichert ist. Der Tretwiderstand wird dem entsprechend im Ergometer Cockpit angezeigt. Der Widerstand, mit dem Sie Pedalieren, lässt sich in der Regel in 5-Watt-Schritten erhöhen und verringern. Hierfür wird das Warenzeichen EN 957 HA vergeben.

Bürgt der Begriff Ergometer für Qualität?

Bis vor einigen Jahren war der Begriff Ergometer tatsächlich als Qualitätsmerkmal für ein Trainingsgerät zu betrachten. Seit ca. zwei bis drei Jahren tauchen jedoch immer mehr Fitnessgeräte auf, die den Namen Ergometer in der Produktbezeichnung führen, bei denen Funktion und Qualität fraglich erscheinen. Hierbei handelt es sich oft um billige "no-name"-Ware, die beim Discounter oder im Billigsegment platziert wird. In den 80er Jahren wurden Ergometer für das therapeutische Training bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelt. Damals wurde in der Regel ohne Pulskontrolle trainiert, da die Pulsmesstechnik noch in den Kinderschuhen steckte. Da man dem Patienten also keine Pulswerte für das Training geben konnte, weil die Trainingsgeräte noch keine Pulsmessung besaßen, kam es darauf an, dass die Intensität (Tretwiderstand) am Trainingsgerät möglichst präzise mit dem gleichen Watt Wert eingestellt werden konnte, der in einer cardiologischen Untersuchung ermittelt wurde, um den Patienten nicht zu überlasten. Da ein modernes Herz Kreislauf- und Fitnesstraining heute an individuelle Pulswerte gekoppelt ist und die Pulsmessung zur Standardausrüstung bei Fitnessgeräten gehört, hat sich die Notwendigkeit der Intensitätssteuerung über einen drehzahlunabhängigen Watt-Wert eigentlich erledigt. Etablierte Hersteller bieten heute Radtrainer an, die den so genannten "Ergometern" aus dem Billigsegment oder vom Discounter mechanisch und funktional deutlich überlegen sind. Soviel zur Begriffsklärung von Ergometer und Radtrainer. Aber worauf kommt es wirklich an, bei einem guten Ergometer oder Radtrainer?

Antriebssystem und Tretlager

Das Antriebssystem ist die Verbindung von Tretlager/Pedalarm, Bremssystem und Schwungscheibe, und entscheidend für die Geräuschentwicklung und den Rundlauf beim Training. Hochwertige Antriebssysteme sind kaum hörbar und mit haltbaren Poly-V-Riemen ausgestattet. Achten Sie beim gesamten Antriebssystem auf hochwertige Kugellager. Billige Kunststofflager am Ergometer / Radtrainer verschleißen schnell, und sorgen für ein unrundes Tretgefühl, als auch für störende Quietschlaute und Schleifgeräusche. Gut ist auch, wenn Ihr Ergometer mit einem Induktions-Generator ausgestattet ist, da der Generator das Gerät mit Strom versorgt, den Sie durch das Pedaltreten selber erzeugen. Somit sind Sie bei der Aufstellung des Ergometers frei von etwaigen Steckdosen, und Sie sparen auch noch Strom, da Sie die Energie durch das Treten ja selbst erzeugen.

Unterschiedliche Bremssysteme

Das Bremssystem sorgt dafür, dass Sie am Ergometer / Heimtrainer mit unterschiedlichen Intensitäten trainieren können, in dem Sie den Tretwiderstand "leichter" oder "schwerer" einstellen können. Elektromagnetische Bremssysteme haben sich in der Trainingspraxis bewährt und als Standard durchgesetzt. Allerdings sind zwischen den einzelnen Herstellern und ihren Ergometer- und Radtrainermodellen große Qualitätsunterschiede festzustellen. Bei einem guten Bremssystem sollten mindestens 16 verschiedene Schwierigkeitsstufen einstellbar sein. Beim wattgesteuerten Ergometer sollte der Leistungsbereich zwischen 50 Watt und 400 Watt einstellbar sein. Viele Einstiegsgeräte verfügen bereits über ein 16-Level-Magnetbremssystem. Bei minderwertigen Bremssystemen fühlen sich die ersten ein bis fünf Tretwiderstände häufig gleich schwer an, während dann bei der nächst höheren Schwierigkeitsstufe eine extreme Erhöhung des Tretwiderstand spürbar ist. Das ist für Ihre Bewegungsgefühl unangenehm bis schädlich. Und Sie werden fast immer das Gefühl haben, Ihr Radtrainer / Ergometer ist entweder zu schwer oder zu leicht eingestellt. Bei hochwertigen Bremssystemen lässt sich der Tretwiderstand durch jede einzelne Schwierigkeitsstufe fein dosieren. Diese Radtrainer und Ergometer sind oft auch mit 20 Intensitätsstufen ausgestattet. Eine gleichmäßige und fein dosierte Verstellmöglichkeit des Tretwiderstandes (Schwierigkeitsstufe) ist für die Trainingspraxis von größtem Vorteil. Denn so können Sie den Tretwiderstand optimal an Ihre Kondition anpassen, um immer in Ihrem individuell günstigsten Leistungsbereich zu trainieren.

Magnetbremssystem

Hier wird der Tretwiderstand durch ein Magnetfeld erzeugt. Ein Stellmotor führt nach Tatendruck am Cockpit einen Magneten zum Schwungrad, wodurch dieses abgebremst wird. Je dichter der Magnet zum Schwungrad gestellt wird, desto höher ist der Bremswiderstand und die zu erbringende Intensität des Trainierenden. Mit einer „rauf“ und „runter“ Taste am Cockpit lässt sich so der jeweilige Schwierigkeitsgrad/Tretwiderstand am Heimtrainer einstellen. Dabei sollten mindestens 16 verschiedene Tretwiderstände am Cockpit einstellbar sein. Hochwertige Magnetbremssysteme verfügen über 20 oder mehr Schwierigkeitsgrade. Dabei ist die werkseitige Justierung von Stellmotor und Magnetkörper entscheidend für die Feinstufigkeit der Belastungsregulierung. Bei minderwertigen Bremssystemen fühlen sich die ersten ein bis fünf Tretwiderstände häufig gleich schwer an, während dann bei der nächst höheren Schwierigkeitsstufe eine extreme Erhöhung des Tretwiderstand spürbar ist. Das ist für Ihr Bewegungsgefühl unangenehm bis schädlich. Und Sie werden fast immer das Gefühl haben, Ihr Heimtrainer ist entweder zu schwer oder zu leicht eingestellt. Bei hochwertigen Bremssystemen lässt sich der Tretwiderstand durch jede einzelne Schwierigkeitsstufe fein dosieren. Diese Radtrainer sind oft auch mit 20 oder mehr Intensitätsstufen ausgestattet. Eine gleichmäßige und fein dosierte Verstellmöglichkeit des Tretwiderstandes (Schwierigkeitsstufe) ist für die Trainingspraxis von größtem Vorteil. Denn so können Sie den Tretwiderstand optimal an Ihre Kondition anpassen, um immer in Ihrem individuell günstigsten Leistungsbereich zu trainieren.

Induktionsbremssystem

Hier wird der Tretwiderstand ebenfalls durch ein Magnetfeld erzeugt. Jedoch ohne Stellmotor, sonder über eine elektrische Spule, die durch den Stromfluß ein Magnetfeld erzeugt. Dieses Bremssystem wird daher auch Wirbelstrombremse genannt. Die Intensität (elektrische Spannung der Spule) lässt sich durch Tastendruck am Cockpit erhöhen oder verringern, wobei die Widerstandsdarstellung am Cockpit als Wattwert erscheint. Die Widerstandsregulierung erfolgt dabei drehzahlunabhängig in der Regel in 5-Watt-Stufen. Nach der Norm DIN 957 HA darf die vom Trainierende an den Pedalen zu erbringende Kraft nicht mehr als max. +/- 10 % vom im Cockpit angezeigten Wert abweichen, um so ein Trainingsgerät als Ergometer zu bezeichnen zu dürfen. Generatorsystem Das Generatorsystem basiert auf dem Induktionssbremssystem, wobei jedoch kein externer Stromanschluss für das Gerät erforderlich ist. Der Trainierende erzeugt über die Umdrehung der Pedalen mittels eines Generators den für die Widerstandsgebung erforderlichen Strom selbst.

Schwungmasse – zu viel oder zu wenig?

Um das Thema Schwungmasse zanken sich die Gelehrten. Dabei dient die Schwungmasse lediglich zur Erleichterung der Überwindung des Umkehrpunktes zwischen Auf- und Abbewegung des Tretweges. Ziel ist hierbei, dass der Tretweg sich in jeder Tretphase gleichmäßig anfühlt. Einige Hersteller meinen, mit einer besonders hohen Schwungmasse glänzen zu können. Dabei ist weniger das reine Gewicht der Schwungmasse entscheidend, sondern viel mehr die Abstimmung und Einmessung des gesamten Antriebs-Systems. Antrieb, Tretlager, Widerstandsgebung: Werden hier hochwertige Komponenten und Lager eingesetzt, kann eine deutlich geringere Schwungmasse völlig ausreichend sein, um einen weichen Rundlauf zu ermöglichen. Keinesfalls gilt grundsätzlich die Formel: Je höher die Schwungmasse, desto besser der Rundlauf. Entscheidender für den Rundlauf ist die richtige Abstimmung zwischen den mechanischen Antriebskomponenten und der Schwungmasse. Diese technisch mechanische Ingenieursleistung ist in der Entwicklung des jeweiligen Prototypen einer Modellserie zu erbringen. Markenhersteller mit entsprechend ausgestatteten Produktentwicklungsabteilungen erledigen dies zuverlässig. Bei no-name-Produkten oder auffallend günstigen Trainingsgeräten ist man vor Überraschungen hingegen nicht gefeit. Ist die Schwungmasse zu groß bzw. nicht mit dem Antriebssystem abgestimmt, werden Sie immer das Gefühl haben, dass Ihr Tretlager sich schneller bewegt als Sie eigentlich möchten. Dieser Schleudereffekt fühlt sich beim Training ausgesprochen unangenehm an.

Sitzräder für Einsteiger oder Fortgeschrittene – gibt es die?

Eigentlich ist die Bezeichnung „Einstiegsgerät“, sofern damit preisgünstige Gerät gemeint sind, wenig hilfreich. Qualität hat nun mal seinen Preis. Und nachvollziehbar ist auch, dass höherwertigere Geräte sich beim Training einfach „besser anfühlen“: gleichmäßigerer Bewegungsablauf, stabiler, bessere Haptik, leiser und schöner. Machen Sie bei Ihrer Geräteauswahl daher nicht zu viele Kompromisse, um ein vermeintliches Schnäppchen zu erhalten.

Puls-Messung und Puls-Steuerung 

Grundsätzlich sollte beim Training auf dem Heimtrainer oder Ergometer Trainer stets eine Messung Ihrer Herzfrequenz (Puls) erfolgen, so dass der Belastungspuls permanent am Cockpit angezeigt wird. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen Pulsmessung und Pulssteuerung. Ist der Radtrainer mit einer Pulsmessung ausgestattet, heißt das, daß Ihr Cockpit den Trainingspuls über einen Brustgurt oder Handsensoren empfangen und anzeigen kann. Bei der Ausstattung mit Pulssteuerung kann die Intensität des Trainings über Ihren Puls gesteuert werden. Hierzu geben Sie am Trainingscomputer einen Höchstpuls ein. Der Computer steuert dann automatisch den Tretwiderstand am Radtrainer. Überschreitet Ihr Puls den eingegeben Wert, stellt sich der Tretwiderstand eigenständig leichter. Viele Hersteller sind dazu übergegangen, ihre Radtrainer mit Handpulssensoren auszustatten. Dabei erweist sich die Pulsmessung über Handsensoren nicht immer als zuverlässig. Gut ist daher, wenn das Trainingsgerät auch mit einem Empfänger zur Pulsmessung per Brustgurt ausgerüstet ist. Dieser Brustgurt wird am Körper getragen und misst den Puls direkt über dem Brustkorb. Der Pulsgurt überträgt die Werte sehr zuverlässig an das Gerätecockpit. Die Übertragung funktioniert telemetrisch, also völlig kabelfrei.

Das sollte nicht fehlen 

Ein bequemer und ergonomisch angeschnittener Sattel sorgt dafür, dass Sie auch gern mal 10 Minuten länger trainieren. Wenn der Sattel nicht nur vertikal, sondern auch horizontal verstellbar ist, kann das durchaus hilfreich sein. Jedoch ist bei seriösen Herstellern (Life Fitness, Vision Fitness) das horizontale Verhältnis von Sattel zum Tretlager so konstruiert, dass Sie automatisch eine ergonomisch korrekte Trainingshaltung finden und somit die horizontale Verstellmöglichkeit nicht zwingend benötigen. Trainingsprogramme dienen zur Trainingsmotivation. Gut ist, wenn Ihr Ergometer / Radtrainer auch ein pulsgesteuertes Programm enthält. Hochwertige Trainingskonsolen verfügen über unterschiedlich intensive Pulsprogramme oder auch über Puls-Intervall-Programme, die ein besonders effektives Training ermöglichen. Achten Sie auch unbedingt darauf, dass das Cockpit Ihres Ergometers einfach zu bedienen ist, um das Training nicht unnötig kompliziert werden zu lassen. Es sei denn, die Programmierung Ihrer Fernbedienung war ein unvergesslicher Genuss für Sie, dann wird Ihnen auch ein Ergometer mit mehr als 20 Programmen eine wahre Freude sein.

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